Never Ending Story – von Geschichten und ihren Fortsetzungen

Gerade im Fantasybereich gibt es sehr viele Fortdetzungsromane. Trilogien sind mehr Regel als Seltenheit im Bücherregal. Das ist für den Autor auch verständlich. Er erschafft mit viel Mühe eine völlig neue Welt geschaffen mit vielen Charakteren mit Persönlichkeit. Diese will er nach 300 Seiten nicht einfach im Stich lassen. Auch der Leser fängt an die Welt schätzen und erfährt immer mehr darüber. Es gibt aber vier Arten eine Fortsetzung anzugehen.

Die erste ist die klassische Fortsetzung. Man macht in der Geschichte einen Schnitt und setzt dort im nächsten Buch fort. Das Buch endet meistens mit einem Cliffhanger und zwingt den Leser für das Ende alle nächsten Bücher zu holen. Auf die Art behält man Leser bis in den nächsten Band. Solche Fortsetzungsromane schrecken aber auch einige Leser ab, die nicht auf weitere Bände warten wollen. Außerdem verärgert man Leser, wenn man zu lang mit der Fortsetzung wartet. Häufig entstehen solche Geschichten, wenn diese zu komplex sind oder es dem Autor nicht möglich war die Nebenstränge zu kürzen oder wegzuschneiden. Ein Beispiel für eine solche Reihe ist Christpher Paolinis Eragon. Mit ursprünglich drei angedachten und endgültig vier Büchern ist diese Reihe sogar länger geworden, als gedacht.

Eleganter finde ich Art Nr. 2. Man schafft einen großen Hauptkonflikt, schließt jedoch die Geschichte des einzelnen Buches ab. Ein Beispiel dafür ist Naomi Noviks „Feuerreiter ihrer Majestät“. Novik schließt jedes Abenteuer der Hauptcharaktere in sich ab. Der Napoleonkrieg ruht aber über jeder Geschichte und dieser ruht als Konflikt über all den Büchern. Diese Bücher halten die Leser, hinterlassen sie aber auch befriedigt hinter jedem Band. Der Leser kann entscheiden welche Bücher er liest. Nur das erste und letzte Buch sind meistens wichtig für den Hauptkonflikt.

Wenn nur die Welt gleich bleibt, aber dort immer verschiedene Geschichten angefertigt werden, hat man die dritte Möglichkeit. Terry Pratchetts „Scheibenwelt“ zeigt es. Man kann immer in egal welchen Band einsteigen und sich die schönsten Bände heraussuchen. Man verlässt die eigene Welt nicht, erhält sie für die Leser und kann mit jedem Band neue Leser für die Welt gewinnen.

Tja und die vierte Möglichkeit ist es auf Fortsetzungen zu verzichten. Ein One Shot schließt die Handlung entgültig ab in einem Buch. Diese Geschichten haben keine besonderen Auswirkungen auf nächste Bände. Leser werden nur bei Stilgefallen mitgenommen, aber das nächste Buch beginnt (fast) von Vorne mit neuen Lesern. Die Bücher lassen sich besser verschenken und die schiere Größe hält potentielle Leser nicht vom Kauf ab. Der Leser muss auch nur in ein Buch investieren.

Habt ihr eine Lieblingsreihe? Lest ihr lieber One Shots oder Fortsetzungsromane?

weiterführende Artikel findet ihr bei Schreibkasten

Sprichwörter und Zitate als Eröffnung für Kapitel

Immer beliebter ist es seine Kapitel mit Einstiegszitaten, Sprichwörtern, Zeitungsartikeln … zu bestücken. Sie sollen Neugier auf das Kapitel wecken, einen Einblick in die Welt verschaffen oder einfach nur in den Abschnitt einführen.

Ich kann nicht beurteilen wer angefangen hat, aber viele steigen aufs Pferd auf. Nur wenige erfüllen dabei einen klaren Zweck. Also worauf muss vor der Verwendung geachtet werden?

Jede Information, die nicht in die Geschichte eingebunden ist, lenkt den Leser ab und reißt ihn aus seinem Lesefluss. Der erste Gedanke sollte damit, wie bei Fußnoten im Roman, der Integrierbarkeit gelten. Kann das, was ich im Zitat erzähle, nicht auch im Text erzählt werden?

Braucht die Geschichte tatsächlich für jedes Kapitel eine Einleitung?
Zitate können die Geschichte auflockern und können einen Mehrwert für den Leser bieten. Wenn auf „Teufel komm raus“ ein Zitat gewählt wird, um das Schriftbild einheitlich zu halten, erfüllt das Zitat keinen Zweck. Damit lenkt das ganze nur wieder von der Geschichte ab. Der Leser wird einzelne Einführungen nicht vermissen, sondern schlechte eher verurteilen. Die Geschichte ist das wichtigste am Roman.

Lest ihr gerne diese Einführungen in ein Kapitel? Was war das letzte Buch, in dem das vorkam? Habt ihr die Einführung als passend empfunden?

Janine Prediger – Warum die Elbin Saruy’a Nak Tállyera keinen Morgenstern schwingt: In 7 Schritten zum schlechten Fantasyroman

Ein kleines kostenloses E-Book mit einem ellenlangen Namen. Janine Prediger erklärt auf ironische Art und Weise wie ein klischeebeladener Fantasyroman entsteht. Das Buch entstand aus einem Grundhass gegenüber den ganzen Möchtegernselfpublishern, die meinen, dass sie nur Modebücher schlecht kopieren müssen um Geld zu verdienen und so Buchportale wie Neobooks und Bookrix zumüllen.

Das E-Book zeigt die schlimmsten Fantasyklischees auf und ist die 20 Leseminuten wert. Es ist kein Meisterwerk, sondern eine humoristisch dargestellte Meinung. Ich bin zwar im Gegensatz zur Autorin der Meinung, dass ein klischeehafter Roman auch gut geschrieben werden kann. Sie hat im großen und ganzen recht damit, dass viele Hobbyschreiber den Beruf nicht ernst nehmen oder sich maßlos überschätzen.

Janine Prediger schrieb auch „Der Dämon von Naruel: Der Berg der Elemente“.
Was ich über unlektorierte Bücher denke findet ihr in dem Artikel: Unlektorierte Bücher und E-Books – Fluch und Segen des Selfpublishing

Das Buch bekommt von mir keine Bewertung, da es nicht mit Büchern konkuriert. Ich empfehle aber einen Download, da es eine klare Meinung schön und lustig darstellt.

Artikel, die ich in nächster Zeit schreiben möchte

Rezensionen

über Bücher

übers Schreiben

Frank Herbert – Der Wüstenplanet Hardcover oder Taschenbuch Der Titel – die wichtigste Nebensächlichkeit
Amazon – Der Herr der Bücher Seine „Kinder“ mit Namen kennzeichnen
Stephen King – Cujo Anthologien – Vielfalt in Kompakt Normseite – Freund des Autors und des Lektors
Brandon Sanderson – Mistborn Der Schreibwettbewerb und Ausschreibungen – Chance oder Spaß für zwischendurch
Mangas als literarisches Genre Die richtige Kapitelüberschrift
Wie Nebensätze Spannung ruinieren

Hier könnt ihr sehen worauf ihr euch alles in meinem Blog freuen könnt und mir natürlich Vorschläge unterbreiten. Welchen Artikel wollt ihr als nächstes Lesen? Was soll ich gleich in Beschlag nehmen?

Boris Maggioni – Romane Schreiben für Anfänger & Fortgeschrittene

Dieses Buch vermittelt in einem lockeren Sprachstil wie man einen Roman angeht. Mit vielen Beispielen verdeutlicht der Autor, dass Schreiben ein Handwerk ist, dass jeder erlernen kann, wenn man ein paar Regeln befolgt.

Ich weiß nicht ob das Buch etwas für Fortgeschrittene ist. Es vermittelt wenig neues Wissen. Das will es auch gar nicht. Es sollte das erste Buch sein, dass einem die Angst vorm Schreiben nimmt. Das kann es richtig gut. Obwohl es immer wieder betont wie viel harte Arbeit hinter einem Buch steckt, zeigt es sehr gut wie wenig hinter einer guten Geschichte steckt.

Der Autor distanziert sich stark vom Bild des Schriftstellers als Künstler (ist leider in Deutschland ein verbreiteter Irrglaube) und trifft damit auf meine volle Zustimmung.
Ansonsten bietet dieses Buch kaum einen Hinweis den die Suchmaschiene der Wahl nicht auch in allen Blogs und Schreibwerkstätten findet.

Der Witz und die lockere Umgangsform machen das Buch jedoch sehr lesenswert. Die Beispiele sind gut getroffen. Der Autor spricht die Leser überzeugend an.
Leider drückt sich Maggioni in seinen Erläuterungen nicht so gut aus wie in seinen Beispielen. So vermittelt er, das jeder Hauptcharakter möglichst tief fallen muss. Ich kann anhand seines Beispiels auch erkennen, wann ein Charakter fällt. Doch fehlen mir oft klare Strukturen wie ich es auf meine Geschichte übertragen soll.

Dieses Buch hat mich zwar nicht viel weiter gebracht, aber es hat mich motiviert. Das kann das Buch sehr gut. Es bietet auch eine gute kurze Zusammenfassung der Regeln fürs kreative Schreiben. Jedoch wenn man das Handwerk des Schreibens völlig erlernen möchte, der muss sich ergänzend bilden.

Dieses Buch istt für Menschen, die sich an ihren ersten Roman wagen wollen und nicht wissen, was auf sie zukommt. Mit seinem Charme hat es sich bei mir 4/5 Punkte erschlichen.

Fußnoten im Roman

Quelle: Fußnoten in Romanen

Fußnoten im Sachtext – wichtig und nicht störend

Wer kennt sie nicht? Die Fußnoten. Bei Hausarbeiten in der Schule machen sie einem das Leben schwer. Jeder Absatz braucht eine Fußnote für alles ( Das heißt in der Schule in der Regel wirklich alles. ), was man aus einem Buch herausgeschrieben hatte. Unten musste man alle Seiten, Bücher und Autoren benennen. Nicht nur das es im späteren Leben anders gehandhabt wird. Es stört ungemein den Schreibfluss. Der Leser solcher wissenschaftlicher Arbeiten wird diese ignorieren, außer er möchte die Theorie nachlesen.

Das gleiche gilt für die Erläuterung von Fachbegriffen. Wer in der Materie steckt überliest die kleinen Noten einfach und lässt sich nicht im Lesefluss stören. Wer mit gegebenen Begrifflichkeiten nicht bekannt ist braucht sie um den Text zu verstehen.

Der Zweck im Roman

Oft versucht der Autor seine Anmerkungen in den Roman einzuarbeiten. Er findet eine Nebensächlichkeit so witzig oder interessant, dass er dem Leser diese nicht vorenthalten möchte. Er baut sie als literarisches Mittel ein. Er vergisst oft ganz ihre Bedeutung als informative nebensächliche Anmerkung, die allein dem Verständnis dient.
Das mag in Romanen wie in Terry Pratchetts Scheibenwelt in Ordnung sein, in denen der Witz dem Lesefluss übergeordnet ist.

Eine andere Möglichkeit ist die Erklärung erfundener Begriffe außerhalb des Kontext. Wer sich viel ausdenkt, ist immer versucht, seinen Lesern viel zu erklären. Fußnoten bieten da eine passende Oberfläche für den Autor.

Fußnoten machen oft mehr kaputt als sie heilen

Man muss für jede Fußnote aus dem Text und seinen Fluss springen. Oft bieten die Anmerkungen keinen Mehrwert für die Geschichte. Während im Sachbuch die detailierte Erläuterung dazu gehört, gehört zu einem Roman das Kürzen auf die intensivsten und wichtigsten Ereignisse.
Was nicht im Text erzählt werden kann gehört nicht ins Buch.

Ein Beispiel: Du erfindest die Blublabeere.

Mit Fußnote :
Lara nahm die Blublabeere [1] in die Hand. Sie kostete sie.

[1] Eine gelbe süße Beere. Sie wächst an niedrigen Sträuchern.

Ohne Fußnote:

Lara nahm die gelbe Blublabeere in die Hand. Sie kostete das süße Fruchtfleisch.

Was klingt besser? Ist die Aussage mit den niedrigen Sträuchern nicht sinnlos?



Als Kind habe ich Barthimäus von Jonathan Strout geliebt. Gerade wegen seiner witzigen Anmerkungen. Ich wollte letztens wieder hineinlesen. Jede Fußnote hatte mich aber von der eigentlichen Geschichte abgelenkt.

Was haltet ihr von Fußnoten? Stören sie euch? In welchen Büchern findet ihr sie gut? In welchen nicht?