Thomas Harris – Roter Drache

Will Graham war im Frühruhestand und baute Schiffe, als ihn sein alter Chef wieder auf die Jagd nach einem Psychopaten schickt. Schon zwei Morde an ganzen Familien hat er begangen. Doch auch Will hat bereits zwei Psychopaten gestellt, jedoch nicht ohne körperliche und geistige Narben.

Thomas Harris schafft einen originellen, spannenden Thriller. Viele gelungene Dialoge, die aber nicht in unübersichtlichem Ping-Pong enden, erzählen die Geschichte in einem guten Tempo. Das Buch ließt sich leicht und gut.

Mit dem roten Drachen (alias die Zahnschwuchtel) schafft Harris einen so abartigen, aber auch mitleiderregenden Charakter, wie ich ihn nur selten gesehen habe. In Alltagssituationen und Rückblenden wird er sehr greifbar und lebendig geschildert.

Will Graham ist ein interessanter Charakter mit Geschichte und Traumen, leider gönnt ihm Harris nicht so viel persönlichen Raum. Aus seiner Vergangenheit erfährt man über Dialoge und seinen Charakter durch seine Art zu ermitteln. Nur wenige echt schöne liebevolle Szenen mit seiner Familie, machen ihn zu einem Menschen. Mir fiel es so schwer mich in ihn hineinzuversetzen. Die auktoriale Erzählweise trägt nicht gerade dazu bei.
Das Buch fokussiert sich auf die Ermittlungen und den Serienmörder.

Harris schafft sehr gut gelungene Szenen mit Gefühl zwischen viel Ermittlungsgerede. Diese werten das Buch ungemein auf.

Es ist ein guter Thriller, konnte mich aber nicht überzeugen. Ich vergebe 3/5 Punkten.

Stephen King – Colorado Kid

Auf das Buch bin ich gestoßen als ich die Serie „Haven“ im Fernsehen sah. Diese hat aber absolut nichts damit zu tun (obwohl sie darauf basieren soll).

Dave und Vince zwei alte Journalisten des „Weekly Isländers“ erzählen der Praktikantin Stephanie von dem mysteriösen Fund einer Leiche am Strand, der bis zu dem Zeitpunkt nicht aufgeklärt wurden. Diese Geschichte (oder Nicht-Geschichte) halten die beiden Herren unter Verschluss, da Menschen keine offenen Geschichten mögen. Sie erzählen wie ihre Nachforschungen mehr Fragen aufgeworfen haben als geklärt und was es mit der Leiche auf sich hat.

Als typischer Stephen King ist das Buch grundsolide erzählt und spannend geschrieben. Bis zum Schluss möchte man gerne wissen wie es ausgeht, was auch bis dahin nicht klar wird. Das Ende ist meiner Meinung nach etwas unbefriedigend. Die Geschichte an sich ist eigentlich nicht besonders interessant. Es geht einfach nur um einen toten Mann und Journalismus. Der Tote hatte im Grunde einfach Pech. Es ist weder eine Gewalttat noch eine Intrige im Spiel. In gewisser Weise macht es die Geschichte besonders.

Mit seinen 150 Seiten nimmt sich dieser Roman nicht die Zeit die Charaktere in besonderer Tiefe zu beleuchten. Es ist ein leichtes Buch für ein bis zwei Abende. Es gehört nicht zu den besten Stephen King, aber zu einer Stephen King Sammlung dazu.

Das Buch bekommt von mir 3/5 Punkten.