Frank O. Rudkoffsky – Dezemberfieber

Bastian fliegt kurz nach dem Tod seines Vaters nach Thailand mit seiner Freundin um Weihnachten in den Tropen zu verbringen. Doch kann er seit Wochen nicht schlafen, der Tod seines Vaters, der längst vergangene Tod seiner Mutter und ihre Krankheit nagen an Bastian. Er muss damit fertig werden bevor er sich selbst zerstört.

Die Geschichte wird in drei Ebenen erzählt. Aus der Sicht von Bastian während seinem Urlaub, in Bastians Kindheitserinnerungen und in dem Brieftagebuch der Eltern. Rudkoffsky trennt diese Ebenen und lässt sie mit einem sehr guten Timing in einander übergehen. Jede Ebene erklärt die andere, verrät aber nie zu viel um nicht bis zum Ende gespannt zu bleiben.

Die Sprache ist sehr bildhaft. Manchmal erinnert sie an eine Reisekomödie. Sie lockert das Lesen auf und macht die Lektüre trotz schwerer Themen nicht zu schwer. Es lässt sich streiten, ob das immer angemessen ist, mir persönlich hat es gefallen.

Ein paar kleine Kritikpunkte habe ich trotzdem gefunden. Mit Sex zu beginnen ist bei mir angeeckt. Hinzu kommt, dass die Urlaubsebene in Präsens geschrieben wird, ich empfand das als unnötig und Lesefluss störend. Ein paar Stilbrüche im hinteren Teil habe ich nicht verstanden. Das sind aber nur sehr kleine Makel im Vergleich zu der Güte des Buches.

Das beste Buch das ich seit langer Zeit gelesen habe. Wohlkonzipiert, recherchiert und einfach gut geschrieben. Es gibt von mir 5/5 Punkten.

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