Frank O. Rudkoffsky – Dezemberfieber

Bastian fliegt kurz nach dem Tod seines Vaters nach Thailand mit seiner Freundin um Weihnachten in den Tropen zu verbringen. Doch kann er seit Wochen nicht schlafen, der Tod seines Vaters, der längst vergangene Tod seiner Mutter und ihre Krankheit nagen an Bastian. Er muss damit fertig werden bevor er sich selbst zerstört.

Die Geschichte wird in drei Ebenen erzählt. Aus der Sicht von Bastian während seinem Urlaub, in Bastians Kindheitserinnerungen und in dem Brieftagebuch der Eltern. Rudkoffsky trennt diese Ebenen und lässt sie mit einem sehr guten Timing in einander übergehen. Jede Ebene erklärt die andere, verrät aber nie zu viel um nicht bis zum Ende gespannt zu bleiben.

Die Sprache ist sehr bildhaft. Manchmal erinnert sie an eine Reisekomödie. Sie lockert das Lesen auf und macht die Lektüre trotz schwerer Themen nicht zu schwer. Es lässt sich streiten, ob das immer angemessen ist, mir persönlich hat es gefallen.

Ein paar kleine Kritikpunkte habe ich trotzdem gefunden. Mit Sex zu beginnen ist bei mir angeeckt. Hinzu kommt, dass die Urlaubsebene in Präsens geschrieben wird, ich empfand das als unnötig und Lesefluss störend. Ein paar Stilbrüche im hinteren Teil habe ich nicht verstanden. Das sind aber nur sehr kleine Makel im Vergleich zu der Güte des Buches.

Das beste Buch das ich seit langer Zeit gelesen habe. Wohlkonzipiert, recherchiert und einfach gut geschrieben. Es gibt von mir 5/5 Punkten.

Neil Gaimon – Das Graveyard Book

Neil Gaimons  „Das Graveyard Book“ handelt von Nobody kurz Bod, einem Kind, das nach der Ermordung seiner Eltern von Geistern aufgezogen wurde. Erlebt mit Bod wie er die unterschiedlichen Wesen der Nacht kennenlernt, Abenteuer auf dem Friedhof erlebt und sich mit dem Mörder seiner Familie auseinandersetzt.

Neil Gaimon bietet eine erfrischende Ansicht auf die unterschiedlichen Wesen der Nacht. Obwohl sie im klassischen Sinne erkennbar sind, ist ihre Darstellung einzigartig. Auch benutzt er bunte, frische und neue Metaphern, die einem oft ein leichtes Lächeln in den Mund zaubern. Die neue Sicht auf die Welt von Nobody, der nur seinen Friedhof kennt, ist gut getroffen.

Der Lesefluss des Buches ist sehr gut. Nur der Anfang ist etwas holprig gewählt. Es beginnt mit dem Mord aus Sicht des Messers. Dies ist mehr irritierend als originell. Doch wenn ihr euch durch die ersten Seiten gekämpft habt, lässt es sich durchweg gut lesen.

Das Buch ist zum Vorlesen und natürlich Lesen für Kinder geeignet. Es bietet eine junge Sicht, ist nicht blutig oder brutal geschrieben und ist durch seine einzelnen Abenteuer gut aufteilbar. Ich würde es Kindern ab 6 Jahren empfehlen.
Durch seine originelle Schreibweise ist es aber auch für Erwachsene geeignet und sollte auch vorlesenden Eltern einen Mehrwert geben.

Das Buch hat einige britische Preise geholt. In dem Link ist auch einiges über den Autor zu finden.

Ich gebe diesem bezaubernden Buch 5/5 Punkte.