Thomas Harris – Roter Drache

Will Graham war im Frühruhestand und baute Schiffe, als ihn sein alter Chef wieder auf die Jagd nach einem Psychopaten schickt. Schon zwei Morde an ganzen Familien hat er begangen. Doch auch Will hat bereits zwei Psychopaten gestellt, jedoch nicht ohne körperliche und geistige Narben.

Thomas Harris schafft einen originellen, spannenden Thriller. Viele gelungene Dialoge, die aber nicht in unübersichtlichem Ping-Pong enden, erzählen die Geschichte in einem guten Tempo. Das Buch ließt sich leicht und gut.

Mit dem roten Drachen (alias die Zahnschwuchtel) schafft Harris einen so abartigen, aber auch mitleiderregenden Charakter, wie ich ihn nur selten gesehen habe. In Alltagssituationen und Rückblenden wird er sehr greifbar und lebendig geschildert.

Will Graham ist ein interessanter Charakter mit Geschichte und Traumen, leider gönnt ihm Harris nicht so viel persönlichen Raum. Aus seiner Vergangenheit erfährt man über Dialoge und seinen Charakter durch seine Art zu ermitteln. Nur wenige echt schöne liebevolle Szenen mit seiner Familie, machen ihn zu einem Menschen. Mir fiel es so schwer mich in ihn hineinzuversetzen. Die auktoriale Erzählweise trägt nicht gerade dazu bei.
Das Buch fokussiert sich auf die Ermittlungen und den Serienmörder.

Harris schafft sehr gut gelungene Szenen mit Gefühl zwischen viel Ermittlungsgerede. Diese werten das Buch ungemein auf.

Es ist ein guter Thriller, konnte mich aber nicht überzeugen. Ich vergebe 3/5 Punkten.

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Marcus Sakey – Die Abnormen #1

Marcus Sakeys „Die Abnormen“ handelt von Nick Cooper, der in einer Welt arbeitet, in der es Menschen gibt, die mit außergewöhnlichen Begabungen zur Welt kommen (Freaks). Er selbst ist so ein Freak, der hinter allen Bewegungen und Verhalten Muster erkennen kann. Er arbeitet für den Ausgleichsdienst und muss andere Abnorme fangen und eine Terrorgruppe zur Strecke bringen. Bald schon muss er feststellen, dass seine Seite nicht nur zu den Guten gehört.

Der Autor zeigt in diesen SiFi-Thriller eine spannende Welt, in der der Umgang mit einer neuen Minderheit im Zentrum des Geschehens steht. Wie muss mit Begabteren umgegangen werden? Müssen sich Normale bedroht fühlen? Muss man Abnorme begrenzen oder sich entfalten lassen? Spannende Fragen, die die Geschichte aufwirft.

Nick Cooper steht im Zentrum all dieser Probleme. Er ist ein regierungstreuer Mensch, der Zweifel entwickelt Sein Charakter ist gut getroffen und seine Konflikte greifbar. Seiner Familie wurde viel Liebe eingehaucht und er muss gegen menschliche Antagonisten antreten mit Familie und Motiven. Im großen und ganzen ein sehr stimmiges Setting.

Leider wirken die Nebencharaktere wie sein Team sehr einheitlich. Selbst sein bester Freund bricht kaum aus der Masse heraus. Die Seite der Terroristen hat zwar mit Shannon und Smith zwei einzeln ausgearbeitete Charaktere, aber in ihrer Argumentation sind sie sehr ähnlich. So kann man außer mit Cooper zu keinem anderen Charakter eine Beziehung aufbauen.

Das neue Amerika, dass Sakey aufbaut ist sehr gut umschrieben. Medienartikel, die einigen Kapiteln vorangestellt werden, beschreiben schön die Verhältnisse neben einer guten Beschreibung aus der Sicht Coopers. Der Leser kann sich sehr gut hineinversetzen.

Das Buch ist sehr dialoglastig, was für einen Thriller normal ist, jedoch verliert man bei einigen Ping-Pong-Gesprächen leicht den Überblick, wer gerade redet, da der Autor wenig zwischen die Zeilen schreibt. Ich hätte mir da mehr Gesten und Emotionen gewünscht. Die hätten andere Charaktere auch mehr mit Leben versetzt.

Alles in allem ist es ein solider Thriller mit einem spannenden Thema. Wegen der flachen Charaktere kann ich nur 3/5 Punkten geben.

Daniel Taylor zwischen zwei Welten

geschrieben von Monica Davis
gesprochen von Nicolas Artajo

Der zweite Teil der Reihe handelt von Eifersucht, Trennung und unbesonnenen Entscheidungen. Während Marla sich von ihrer menschlichen Seite beeinflussen lässt, gewinnen die Dämonen Daniel für ihre Seite. Daniel streitet sich mit Vanessa, so dass ihre Liebe einige Prüfungen zu überstehen hat.

Nicolas Artajo liefert wieder eine gute Leistung ab und hält die Geschichte lebendig. Marla entwickelt sich rasant. Sie wird ein richtig schöner Charakter. Die neuen dämonischen Charaktere sind zur Abwechslung tatsächlich böse und überzeugen mit ihrem Auftritt. Die Geschichte schreitet gut voran mit einem angenehmen Tempo.

Jedoch wirft sie leider alles, was im ersten Teil aufgebaut wurde, über den Haufen. Daniel legt seine moralischen Grundsätze viel zu schnell zur Seite. Die Geschichte wird flacher und erfüllt mehr Stereotypen.

Erwachsene und Teenager mit Anspruch werden sich langweilen, aber wer leichte Liebesromane mag sollte das Geld auch in den zweiten Teil investieren auf Grund des sehr guten jungen Sprechers.

Das Buch bekommt von mir gerade noch 3/5 Punkten

Stephen King – Colorado Kid

Auf das Buch bin ich gestoßen als ich die Serie „Haven“ im Fernsehen sah. Diese hat aber absolut nichts damit zu tun (obwohl sie darauf basieren soll).

Dave und Vince zwei alte Journalisten des „Weekly Isländers“ erzählen der Praktikantin Stephanie von dem mysteriösen Fund einer Leiche am Strand, der bis zu dem Zeitpunkt nicht aufgeklärt wurden. Diese Geschichte (oder Nicht-Geschichte) halten die beiden Herren unter Verschluss, da Menschen keine offenen Geschichten mögen. Sie erzählen wie ihre Nachforschungen mehr Fragen aufgeworfen haben als geklärt und was es mit der Leiche auf sich hat.

Als typischer Stephen King ist das Buch grundsolide erzählt und spannend geschrieben. Bis zum Schluss möchte man gerne wissen wie es ausgeht, was auch bis dahin nicht klar wird. Das Ende ist meiner Meinung nach etwas unbefriedigend. Die Geschichte an sich ist eigentlich nicht besonders interessant. Es geht einfach nur um einen toten Mann und Journalismus. Der Tote hatte im Grunde einfach Pech. Es ist weder eine Gewalttat noch eine Intrige im Spiel. In gewisser Weise macht es die Geschichte besonders.

Mit seinen 150 Seiten nimmt sich dieser Roman nicht die Zeit die Charaktere in besonderer Tiefe zu beleuchten. Es ist ein leichtes Buch für ein bis zwei Abende. Es gehört nicht zu den besten Stephen King, aber zu einer Stephen King Sammlung dazu.

Das Buch bekommt von mir 3/5 Punkten.

Daniel Taylor und das dunkle Erbe

Autor : Monica Davis

gesprochen von : Nicolas Artajo

Daniel ist kein normaler Junge. Das heißt Marla, die Dämonin, die in sein Leben tritt, will ihm das Erbe der Unterwelt aufzwingen.
Er erfährt das er noch eine andere Familie hat und gerät in einen Konfikt zwischen Dämonen und Wächtern (Leute die, die Welt vor Dämonen schützen).
Sein einziger Wunsch ist es Zeit mit seiner Freundin zu verbringen und in Ruhe gelassen zu werden.

Die Geschichte hat schöne Charaktere, die der Junge Sprecher Nicolas Atajo gut verkörpert. Sie ist leicht und unterhaltsam und mit etwa 4h Hörzeit gut nebenher zu hören.
Die Erzählung ist nicht einzigartig oder sonderlich tiefgründig. Die Konflikte sind wenig dramatisch und fesseln einen nicht wirklich. Die Form ist nicht besonders originell. Dialoge und Metaphern sind nicht neu oder besonders.

Für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren ist es ideal und als leichte Kost für Erwachsene. Es muss nicht in jeder Hörbuchliste
vorhanden sein, aber ich werde mir auch die anderen Teile anhören, denn Nicolas Artajo macht seine Arbeit gut und die Geschichte ist wenn auch nicht originell angenehm geschrieben.

Das Hörbuch bekommt von mir 3/5 Punkten