L.J. Adlington – Gentattoo

Toni V findet in den Trümmern von City 5 ein Tagebuch. Er reißt für sein Regime die Stadt nach dem Krieg nieder um sie wieder zu errichten. Das Tagebuch gehörte Pelly D, einer wohlhabenden Bewohnerin von City 5 bis Gentests Pflicht wurden und sie mit einem Tattoo als Galrezi gekennzeichnet wird. Ihr fehlt ein aktives Gen. Die Diskriminierung der Galrezi nimmt stetig zu bis sie im Krieg schließlich eskaliert.

Die Parallelen zur Geschichte der Juden im zweiten Weltkrieg sind eindeutig und wohl beabsichtigt. Auch wenn das Thema nicht besonders originell ist, so ist es doch das Setting auf einem ursprünglich friedlichen Planeten im ersten Krieg dessen. Vor allem die zwei Ebenen, der Tagebuchpelly und des sich davon beeinflussen lassenden Toni V bergen viel Potential.

Leider ist die Umsetzung nicht zufrieden stellend. Ein drittel des Buches quasselt Pelly nur nervig über ihr ach so tolles Leben. Ihre Schreibmarotten, wie z.B. jedes und mit & zu schreiben, sind unglaublich ansträngend. Erst dann nimmt die Geschichte an fahrt auf und als man so richtig innen steckt ist es vorbei. Als hätte das Buch nicht länger werden dürfen. Dem entsprechend unbefriedigend ist das Ende.

Bei Toni V ist das ähnlich. Adlington schafft einen Charakter, der sich von der Historie Pellys beeinflussen lässt, deutet diesen Aspekt aber nur an und vernachlässigt ihn ansonsten. Es wird viel nur angeschnitten, Tiefe baut sich nur selten auf.

Die Sprache ist leicht und für junge Jugendliche geeignet. Das Buch liest sich sehr schnell. Oft sind die Sätze sehr kurz, sodass sich keine Ruhemomente im Buch ergeben. Szenenüberleitungen fehlen häufig oder gehen im Satzfluss unter.

Leider gehe ich völlig unbefriedigt aus dem Buch heraus. Es hat einige gute Aspekte, aber mehr auch nicht. Ich vergebe 1/5 Punkten.

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